Was passiert beim ersten Besuch beim Osteopathen?
Für viele Menschen ist der erste Termin für eine osteopathische Behandlung mit Fragen verbunden. Wie läuft die Behandlung ab? Was genau untersucht ein Osteopath eigentlich? Was wird eigentlich behandelt?
Die ehrliche Antwort- das weiß niemand vor der ersten Behandlung.
Osteopathie ist eine Medizin die mit den Händen und dem Körper ausgeübt wird und von Natur aus sehr individuell ist, ähnlich wie bei einer Handwerkskunst. Zwar basieren Ausbildung und Behandlung auf gemeinsamen osteopathischen Grundsätzen, dennoch unterscheiden sich die Schulen, Methoden und therapeutischen Ansätze teilweise deutlich voneinander. Deshalb ist es vor dem ersten Termin bei Ihrem Osteopathen unmöglich genau zu sagen was einen erwartet, außer: Jeder Osteopath ist anders und arbeitet anders.
Trotzdem will ich helfen Klarheit zu schaffen über das was Sie bei Ihrem ersten Termin erwartet.
Erstgespräch mit einer Patientin in meiner Praxis für Osteopathie in Augsburg
Das Gespräch am Anfang
Der erste Termin dient dazu, die Beschwerden, funktionelle Zusammenhänge und die Vorgeschichte möglichst genau zu verstehen. Deswegen steht am Anfang das Kennen lernen und ein ausführliches Erstgespräch. Dabei geht es nicht nur um die aktuellen Beschwerden, sondern auch um deren Entwicklung und mögliche Zusammenhänge mit belastenden Situationen. Ebenso wichtig ist für mich auch die Frage nach bestehenden Vorerkrankungen und Medikamenten.
Das hilft die Beschwerden besser zu verstehen und mögliche Kontraindikationen oder medizinische Auffälligkeiten zu erkennen, die vor der osteopathischen Behandlung berücksichtigt oder weiter abgeklärt werden sollten.
Die osteopathische Untersuchung
Die Untersuchung ermöglicht erst eine eigenständige osteopathische Diagnose. Untersucht werden nicht nur die schmerzenden oder eingeschränkten Stellen, sondern grundsätzlich der ganze Körper. Gerade bei Beschwerden des Bewegungsapparates zeigt sich häufig, dass die Ursache nicht immer direkt am Ort des Schmerzes liegt.
Meine osteopathische Untersuchung
Die osteopathische Untersuchung beruht bei allen Osteopathen zwar auch auf gemeinsamen osteopathischen Prinzipien, können sich jedoch in der Ausführung von Therapeut zu Therapeut deutlich voneinander unterscheiden.
Für mich hat es sich bewährt, meine Patienten in Unterwäsche zu untersuchen und zu behandeln. Dadurch können Haltung, Bewegungsmuster und körperliche Spannungen besser wahrgenommen und beurteilt werden. Selbstverständlich findet das respektvoll, ohne Zwang und in einer geschützten Atmosphäre statt.
Die Untersuchung beinhaltet aktive und passive Testungen. Bei aktiven Tests wird der Patient gebeten, bestimmte Bewegungen auszuführen, etwa Gehen, Kniebeugen oder vertiefte Atmung. Passive Testungen erfolgen dagegen entspannt und ohne aktive Mitarbeit des Patienten, während Beweglichkeit, Spannung und Gewebequalität mit den Händen beurteilt werden.
Die Untersuchung folgt dabei einem strukturierten osteopathischen Vorgehen, wird jedoch individuell an die jeweilige Situation und Patienten angepasst. Da die Osteopathie sehr viele unterschiedliche Untersuchungstechniken kennt, werden gezielt die Tests ausgewählt, die im jeweiligen Fall notwendig erscheinen, um funktionelle Zusammenhänge möglichst präzise beurteilen zu können.
Spezielle interne Untersuchung- oder Behandlungstechniken, etwa im Mund- oder Beckenbereich, gehören nicht zur Standarduntersuchung und erfolgen ausschließlich nach vorheriger Aufklärung und ausdrücklicher Zustimmung des Patienten.
Osteopathische Untersuchung und Behandlung an der Schulter
Die osteopathische Behandlung
Jetzt, nach der Untersuchung lässt sich beurteilen welche Strukturen und Bereiche tatsächlich behandelt werden sollten.
Bevor die Behandlung beginnt, bespreche ich mit meinen Patienten kurz die wichtigsten Befunde und erkläre mein weiteres Vorgehen. So entsteht eine gemeinsame Orientierung für die anschließende Behandlung, die in der Regel noch 30 - 45 Minuten in Anspruch nimmt.
Eine osteopathische Behandlung ist schwer zu beschreiben, aber dafür gut zu spüren. Viele osteopathische Techniken arbeiten mit sehr kleinen Bewegungen und wenig Druck. Von außen betrachtet scheint dabei manchmal wenig zu passieren, während Patienten gleichzeitig intensive Veränderungen im Körper wahrnehmen. Manche beschreiben das Gefühl, als „wieder zurechtgeschoben“ zu werden, andere spüren Zug- und Spannungsveränderungen oder ein deutliches Druckgefühl, obwohl die tatsächliche Berührung von außen sehr sanft ist.
Entscheidend ist dabei nicht die Stärke einer Technik, sondern ihre Präzision.
Mein Anliegen an jede Behandlung ist es, Schmerzen zu lindern und die Funktion des Körpers wiederherzustellen. Manchmal mit strukturellen und manualtherapeutischen Techniken, aber vorwiegend mit sanften funktionellen Techniken.
Abschluss
Am Ende bespreche ich mit meinen Patienten meine osteopathische Einschätzung zur Behandlung und das weitere Vorgehen.
Ich hoffe Sie haben jetzt eine bessere Vorstellung davon bekommen, was Sie bei Ihrem ersten Besuch bei einem Osteopathen erwartet.
Falls Sie noch Fragen haben oder einen Termin vereinbaren möchten, kontaktieren Sie mich einfach. Ich freue mich Sie kennen zu lernen.
Christoph Meitinger - Heilpraktiker für Osteopathie (D.O.)